Grüner Wasserstoff wieder teurer
Bonn (energate) - Durch die sehr geringe Windstromeinspeisung im Vergleich zur Vorwoche kam es trotz der höheren Solarerzeugung zu Preisanstiegen an den kurzfristigen Strommärkten in der vergangenen Woche. Die Spotpreise notierten im Durchschnitt rund 19 Prozent höher bei 117 Euro/MWh. Dadurch erhöhten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff auf Wochenbasis. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 214 Euro/MWh (7,13 Euro/kg) und damit 29 Euro/MWh (0,96 Euro/kg) über dem Wert der Vorwoche.
Der stundenoptimierte Hydex 12 Green stieg mit 21 Euro/MWh (0,70 Euro/kg) ebenfalls an und verzeichnete einen Durchschnittswert von 184 Euro/MWh (6,14 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green erhöhte sich um 8 Euro/MWh auf 30 Euro/MWh (0,99 Euro/kg). An den Gasmärkten gab es rückläufige Notierungen. Getrieben waren diese vor allem durch die milden Temperaturen und geringere Ausspeicherung sowie Meldungen über eine flexiblere Handhabung der Gasspeicherfüllstandsvorgaben zum Beginn des nächsten Winters. Die Spotpreise sanken im Wochenmittel um sieben Prozent auf 46 Euro/MWh.
Dadurch gaben auch die Grenzkosten für konventionellen Wasserstoff auf Wochenbasis nach. Der Hydex Grey und der Hydex Blue notierten jeweils um 5 Euro/MWh (0,16 Euro/kg) niedriger bei 99 Euro/MWh (3,28 Euro/kg) für den Hydex Grey beziehungsweise 111 Euro/MWh (3,70 Euro/kg) beim Hydex Blue. Grüner Wasserstoff war vergangene Woche weniger wettbewerbsfähig gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" erhöhte sich um 34 Euro/MWh (1,13 Euro/kg) auf im Mittel 115 Euro/MWh (3,85 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 86 Euro/MWh (2,86 Euro/kg). /Andreas Gelfort, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de