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Energieversorger schmeißen Tesla aus ihren Fuhrparks

Freiburg (energate) - Tesla fliegt aus den Fuhrparks mehrerer Energieunternehmen. Diesen Schritt haben die Badenova aus Freiburg, Lichtblick aus Hamburg und der THG-Quotenhändler Emovy angekündigt. Ziel ist ein politisches Zeichen gegen den US-Milliardär und Tesla-CEO Elon Musk. "Zukünftig werden die Modelle der Elon-Musk-Firma Tesla dort nicht mehr vertreten sein", kündigte der Freiburger Regionalversorger mit Blick auf die eigene Dienstwagenflotte an. Die Umstellung des Fuhrparks werde schrittweise erfolgen, hieß es weiter. Die vorhandenen Tesla-Fahrzeuge würden noch bis zum Ende der Leasingverträge genutzt und anschließend ersetzt. Auch der Ökostromanbieter Lichtblick und der THG-Quotenhändler Emovy wollen Tesla den Rücken kehren. Beide Unternehmen taten dies jüngst über das Karrierenetzwerk "LinkedIn" kund.

 

Damit erreicht eine in Deutschland offenbar wachsende Boykottbewegung die Energiewirtschaft. "Das Handeln von Elon Musk, nun quasi in Regierungsfunktion, hat uns aufhorchen lassen", sagte Badenova-CEO Hans-Martin Hellebrand. "Elon Musks Unterstützung von Donald Trump sowie seine Wahlempfehlung für eine rechtspopulistische und rechtsextreme Partei, die in keinster Weise mit den Lichtblick-Werten vereinbar ist, haben uns zu diesem Schritt veranlasst", schrieb indes Kevin Lütje, Head of Facilities and Real Estate bei Lichtblick. Es sei zwar klar, dass eine solche Aktion keine weitreichenden Folgen für Tesla haben werde, dennoch hoffe Lichtblick auf Nachahmer, fügte er an.

 

Wirtschaftsstandort werde geschwächt

 

Ähnlich wie Lichtblick argumentiert Emovy. "Seitdem sich Musk in die deutsche Politik einmischt und die AFD unterstützt, sehe ich es als unsere Pflicht, als Unternehmen klar Stellung zu beziehen", erklärte Emovy-CEO Manuela Hotop via Linkedin. "Die politische Parteinahme ist dabei nur die Spitze des Eisbergs", erklärte wiederum Badenova-CEO Hellebrand. "Mit seinem Wirken wird der Wirtschaftsstandort Deutschland geschwächt. Das werden wir nicht akzeptieren", so Hellebrand weiter. Auch jenseits der Energiewirtschaft wenden sich Unternehmen mit ähnlichen Begründungen von Tesla ab. Ein Unternehmen, das diesen Schritt frühzeitig ging und deshalb Schlagzeilen machte, ist die Drogeriekette Rossmann.

 

Tesla hatte 2024 zum ersten Mal seit sehr langer Zeit einen deutlichen Absatzeinbruch hinnehmen müssen. Konkurrenzdruck aus Asien und der Markteinbruch in Europa drückten den Gesamtabsatz um rund 40 Prozent. Im Zuge der Debatten um den Tesla-CEO waren auch Stimmen laut geworden, die einen Reputationsschaden für die Absatzentwicklung mitverantwortlich machten.

 

Badenova boykottiert auch den Kurznachrichtendienst X

 

Bei der Badenova geht der Musk-Boykott über den Fuhrpark hinaus. Der Regionalversorger verabschiedet sich auch vom Kurznachrichtendienst X, vormals Twitter. Musk hatte das damalige Twitter im Oktober 2022 für kolportierte 44 Mrd. US-Dollar übernommen.

 

Bei den jüngsten US-Wahlen hatte Musk den kommenden US-Präsidenten Donald Trump im Wahlkampf intensiv unterstützt - sowohl finanziell als auch bei Wahlkampfveranstaltungen. Im Nachgang nominierte Trump Musk als Politikberater. Seither gilt der CEO von Tesla und Besitzer von X als enger Vertrauter des US-Präsidenten und Verfechter des protektionistischen Wirtschaftskurses. Musks Aufgabe in der Trump-Administration soll es sein, den Staatshaushalt durch Kürzungen im Beamtenapparat deutlich zu entlasten. Parallel zum Wirken in den USA machte Musk hierzulande Schlagzeilen und löste eine Kontroverse aus, weil er unter anderem seine Social-Media-Plattform X nutzt, um auch in Deutschland Einfluss auf die Wahlen zu nehmen und dezidierte Wahlempfehlungen zu geben. /pa

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