Energiepreise: Industrie drängt auf schnelle Entlastungen
Berlin (energate) - Die Verbände der Papier- und Glasindustrie drängen darauf, Unternehmen kurzfristig bei den Strom- und Gaspreisen zu entlasten. In einem Brief an Olaf Scholz (SPD), Robert Habeck (Grüne) und Friedrich Merz (CDU) fordern die Interessenvertretungen, "die Energiepreise ganzheitlich zu betrachten". Eine neue Regierung müsse innerhalb der ersten 100 Tage die Strom- und Erdgaspreise für die Industrie reduzieren. "Andernfalls befürchten wir, dass langfristige Maßnahmen für viele Betriebe keine Wirkung mehr entfalten werden", heißt es in dem Brief. Die hohen Energiekosten zwängen Unternehmen zu "teils drastischen und unumkehrbaren Schritten". Noch nie hätten so viele Mitglieder der beiden Verbände so viele Anlagen stillgelegt wie derzeit.
In dem Brief erinnern die beiden Verbände die drei Kanzlerkandidaten an die jeweiligen Versprechen ihrer Parteien, den Strompreis kurzfristig zu reduzieren. Außerdem machen sie auf die Gasspeicherumlage aufmerksam. Diese Umlage, die von Unternehmen gezahlt wird, habe sich "zu einem gravierenden Nachteil für die internationale Wettbewerbsfähigkeit entwickelt". Die Verbände argumentieren, dass "die hohen Energie- und speziell Gaspreise" den Unternehmen das notwendige Kapital entzögen, um in "die Zukunftsfähigkeit ihrer Anlagen" zu investieren. /kij